Eingebungsvoll — Errata

TradeKeys
Eigene Tastaturlayouts
Sonderzeichen
ML Hotkey
Tabelle
Unicode
Vim

TradeKeys

TradeKeys zeigt kein Bild einer englischen Tastatur an. Daher muss man z.B. um die #-Taste neu zu belegen das Zeichen \ auswählen, welches auf der englischen Tastatur an der entsprechenden Stelle auf dem Keyboard liegt. Um zu probieren welchen Buchstaben man in TradeKeys auswählen muss, um die gewünschte Taste neu zu definieren, kann man einfach das Eingabegebietsschema kurz auf Englisch umstellen.

Eigene Tastaturlayouts

Frank Brendel und Andreas Keese haben auf eine weitere kostenlose Möglichkeit hingewiesen, eigene Tastaturlayouts zu erstellen — Microsoft Keyboard Layout Creator:

Den kostenlosen "Microsoft Keyboard Layout Creator" und das ebenfalls kostenlose .NET-Paket runterladen und installieren. Der Creator erlaubt völlig freie Layout-Definition, pro Taste können bis zu 4 Zeichen (je Shift/Alt/...Zustand) abgelegt werden, unter XP sind sogar beliebige Schriften (Arabisch, Hebräisch, Latein, ...) mischbar. Auch ein Bild des Layouts kann gespeichert werden. Zum Schluß wird eine MSI-Datei erzeugt, mit der das selbst erstellte Tastaturlayout installiert werden kann. Die Umschaltung unter XP erfolgt elegant über ein Symbol in der "Language Bar" in der Taskbar, wie im Artikel angedeutet.

Sonderzeichen: Allchars und ShortCut

Beim Satz ist leider statt des Zeichens ¾ der Buchstabe æ gedruckt worden. Das Kürzel Strg 3 4 ergibt also sinnigerweise den Bruch ¾. Die Kürzel für Allchars sind aber frei definierbar, so dass man auch alle möglichen Zweibuchstabenkürzel für ein Zeichen festlegen kann.

Für ShortCut existiert ein Makro, welches erlaubt aus einer Liste von Sonderzeichen das gewünschte auszuwählen. So muss man sich nur ein Kürzel merken um verschiedene Sonderzeichen auszuwählen. Das ist sicher sinnvoll für Sonderzeichen, die man nur gelegentlich braucht. Das Makro lässt sich leicht mit eigenen Zeichen erweitern. Das Makro findet man im Forum von ShortCut. Evtl. werde ich hier auf der Homepage eine Sammlung mit besonders interessanten ShortCut-Makros pflegen. Wenn jemand ein Makro hat, welches er für andere interessant hält mailt mir das Makro einfach.

ML HotKey

Der betreuende Redakteur hat noch die Ergänzung eingefügt, dass die Hotkeys beim Systemstart wohl deswegen verloren gehen, weil sich dann das Windows-Handle (eine eindeutige Nummer die das Betriebssystem z.B. für ein Fenster vergibt) ändert. Ich denke, dass Mike Lin einfach die Hotkeys nur in den Arbeitsspeicher lädt und nicht speichert, so dass diese dann natürlich nur während einer Session gültig sind.

Erweiterte Tabelle und Korrektur

In dem Artikel konnten nicht alle Tools vorgestellt waren, die ursprünglich vorgesehen waren. Weitere Programme, die für den einen oder anderen noch interessant sein können, sind in der Exel-Tabelle aufgelistet. In der abgedruckten Tabelle steht die Spalte „Tastaturkürzel tauschen“ für Hotkeys, um Programme zu starten.

Unicode

Karl Pentzlin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht richtig ist, dass Unicode ein 16-Bit-Zeichensatz ist. Er schreibt:

In Ihrem Artikel in c't 2003 Heft 19 S. 130 ff., "Eingebungsvoll", Kasten "MS-ANSI und Unicode-Zeichensätze" S. 130 rechts unten verbreiten leider auch Sie einen populären Irrtum über Unicode. Unicode ist *kein* 16-Bit-Zeichensatz, sondern eine von der Bitzahl unabhängige numerische Codierung für unterschiedlichste Zeichen. Derzeit (V4.0) sind von 1.111.998 möglichen Plätzen (von 0 bis 1.114.109 mit einigen Lücken) knapp 100.000 belegt (also wesentlich mehr als 65.536) und 137.468 für anwendungsspezifische Verwendung reserviert. Es sind verschiedene computergerechte Darstellungsweisen definiert, die bekanntesten sind UTF-8 (jedes Unicode-Zeichen als Kombination von 1 bis 4 8-Bit-Werten, Hauptanwendungsbereich Internet-Seiten, E-Mail usw.) und UTF-16LE (jedes Unicode-Zeichen als Kombination von 1 bis 2 16-Bit-Werten). Da die letztere Darstellung in Microsoft-Systemaufrufen verwendet wird und zudem in Unicode bis zur (schon einige Jahre alten) Version 3.0 nur solche Plätze belegt waren, die in UTF-16LE mit einem 16-Bit-Wert darstellbar sind, hat sich der Eindruck verbreitet, Unicode sei lediglich ein 16-Bit-Code. Dies ist aber definitiv falsch.

Vim

Falls das im Artikel nicht deutlich wurde: Für Leute, die nicht so gerne zur Maus greifen (müssen) und die einen unheimlich vielseitigen und in der Bedienung schnellen ASCII-Editor zum Beispiel zum Programmieren oder LaTeXen suchen ist Vim sicher einen Versuch wert.

Einige der Dinge, die ich an Vim mag sind:

Nachteile hat Vim natürlich auch. Es bietet naturgemäß keine so ausgefeilte Unterstützung beim Programmieren wie z.B. Eclipse für Java (dafür fehlt in Eclipse halt ein guter Editor...) und es braucht auch etwas Einarbeitungszeit, um sich in Vim wohl zu fühlen. Die zahlt sich allerdings auf lange Sicht bestimmt aus.

Hier ist ein Auszug eines Mails, in dem ich ein klein wenig versucht habe zu erklären, warum Vim so genial ist und es sich lohnt die Bedienung zu lernen:

       > ein absolutes Powerteil. Aber der Nutzerkreis rekrutiert sich
       > meiner Meinung nach im wesentlichen aus Programmierern/Admins
       > aus der Unix-Welt

       Mmh, das weiß ich nicht. Wäre mal 'ne interessante Frage. Ich
       selbst bin weder Unix-Nutzer noch Admin, programmiere
       allerdings ein wenig. Vim hatte ich aber irgendwann mal
       probiert, da ich zum latexen einen netten Editor wollte.

       > Zum normalen Mailschreiben ist es für die meisten
       > Mailnormalverbraucher absoluter Overkill, die Lernkurve im
       > Vergleich zum erzielbaren Nutzen viel zu steil (niemand lernt
       > vi, vim oder andere vi-Klone, nur um damit Mails zu
       > schreiben). 

       Ich denke sobald man einen ASCII-Editor viel benutzt -- egal
       für was -- lohnt es sich nach einem guten Editor zu schauen und
       dessen Bedienung zu lernen. Das können alle möglichen Editoren
       sein, wobei die leistungsstarken dann oft halt auch nicht ganz
       selbsterklärend sind (wahrscheinlich auch nicht sein können).
       Speziell für Leute die "maschineschreiben" können, aber nicht
       ausschließlich, ist Vim besonders interessant. Und sooo schwer
       zu lernen ist Vim auch nicht. Ich persönlich hab' mit Emacs
       eher mehr Probleme gehabt und fand die Bedienung unlogischer.
       Vim ist im ersten Moment nur ganz anders, aber nach etwas
       Eingewöhnung merkt man, dass die Bedienung doch durchaus
       logisch aufgebaut ist und man sich die meisten Befehle gut
       merken kann. Die paar anderen merkt man sich dann ebenso wie
       bei anderen Programmen die vielen
       Strg-/Alt-/Shift-/Fx-Kürzel... Aber Vim ist sicherlich nicht
       für jeden die richtige Wahl, da stimme ich dir voll zu. Ich
       hab' zwei Brüder und der eine würde nie auf die Idee kommen
       einen Editor zu nutzen, bei dem man auch mal in die Anleitung
       sehen muss, während der andere (wie ich) auch die Vorteile
       sieht, die man mit einem mächtigen Tool hat, dessen Bedienung
       man eben auch etwas lernen/üben muss.

       > Ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass sich der
       > Anteil der registrierten PostMe-Nutzer, die die Verwendung
       > eines externen Editors für wichtig halten, im Promillebereich
       > bewegt.

       Man könnte auch so rum argumentieren, dass niemand dem das sehr
       wichtig ist PostMe registriert... Aber es mag durchaus sein,
       dass nicht jeder zweite einen externen Editor wünscht. Das
       liegt aber unter anderem auch einfach daran, dass die meisten
       gar nicht wissen, was sie verpassen, wenn sie sich mit Editoren
       rumquälen, die nur geringfügig mehr als notepad können! Wenn
       PostMe aber eine Schnittstelle für einen externen Editor hätte,
       wäre es auch sicher recht einfach die Schnittstelle auch für
       andere "Texttools" wie Rechtschreibprüfung, externe Textfilter
       (ich meine Programme wie sed/perl/awk/par usw.) zu nutzen.

       Als ich meine Diplomarbeit gelatext habe, hat mir
       dankenswerterweise jemand den Text Korrektur gelesen und wir sind
       am Telefon den Text (ca. 500kB) durchgegangen. Dabei war es so,
       dass ich meist während der andere einfach sagte, wo ein Fehler oder
       eine unglückliche Formulierung war (einfach nur durch kurzes
       Zitieren), ich den Fehler schon direkt währenddessen beheben
       konnte, da ich den Text so schnell finden/verbessern konnte, dass
       der andere nur verblüfft war und meinte, dass eine vergleichbare
       Korrekturbesprechung [auch übers Telefon] bei jemand anderem der
       Word genutzt hatte, viel länger gedauert hat. Ich war nur so
       schnell, da es in Vim so ein Klacks ist zu einem Ausdruck zu
       springen und den zu korrigieren oder ich auch leicht und schnell
       (ohne mich durch "tausend Menüs zu hangeln") in mehreren Dateien
       global die gewünschten Ersetzungen vornehmen konnte.

Nebenbei bemerkt hab' ich auch eine Maus und 'n Grafiktablett und nutze das Eingabegerät, mit dem man eine bestimmte Aufgabe am einfachsten oder schnellsten erledigen kann — nicht das man den Eindruck bekommt ich würde nur an der Tastatur kleben ;-)

Last modified: 2003-09-22