Multimonitorbetrieb mit Acer-Notebooks der 6000er und 8000er-Serie

Die Acer-Notebooks der 6000er-Serie (mit integrierter Intel Extreme 2 Grafik 855GME) und der 8000er-Serie (mit ATI Mobility Radeon 9700, Grafikchip M11) sind heute wohl die einzigen Notebooks mit Pentium-M-Prozessor, die einen DVI-Ausgang (bis 1600x1200 bzw. 1920x1200) und VGA-Anschluss (maximale Auflösung 2048x1536) bieten. Der DVI- und VGA-Anschluss lassen sich gleichzeitig betreiben. Somit ist es möglich zwei externe Bildschirme an das Notebook anzuschließen. Die Signalqualität des VGA-Ausgangs bei meinem 8002LCi ist gut und die Darstellungsqualität über den DVI-Ausgang natürlich exzellent. Die beiden externen Displays können mit verschiedenen Auflösungen und Bildwiederholraten angesteuert werden und den Bildschirm spiegeln oder erweitern. Bei der Nutzung der beiden externen Grafikanschlüsse ist das interne Display inaktiv. Diese Notebooks sind damit ein idealer Desktopersatz für Grafiker, Programmierer und alle, die auch mit einem Notebook eine exzellente Darstellungsqualität und hohe Auflösungen benötigen.

Modus
DVI
VGA
erweiterter Desktop
1600x1200 @32Bit, bzw. 1920x1200 @32 Bit (reduced blinking)
1280x1024 @32 Bit, 85 Hz (höhere Auflösungen möglich, aber unscharf)
Clone-Modus
ja
ja, sogar mit höherer Wiederholfreqenz, als internes Display möglich



Die verschiedenen Kombinationen intern/VGA/DVI erreicht man zum Teil über die Fn-Taste, zum Teil ist es aber nötig die „ATI-Einstellungen“ im ATI-Treiber zu ändern.

Farb-Kalibration

Die angeschlossenen Displays lassen sich mit entsprechender Messtechnik für farbverbindliche Darstellung kalibrieren. In ICC-kompatiblen Anwendungen (z.B. Photoshop ab Version 6) hat man dann eine korrekte Farbdarstellung, die auch die Simulation anderer Ausgabesysteme erlaubt. Zur Kalibration von zwei Bildschirmen muss man die Hinweise zur Multimonitor-Kalibration unter Windows beachten. Der standardmäßig installierte Grafiktreiber von Acer erlaubt aber leider nicht das Laden von Kalibrationskurven über die LUT (Look-Up-Tabelle) der Grafikkarte. Entsprechende feine Korrekturen sind aber selbst bei hardwarekalibrierbaren Bildschirmen sinnvoll und schränken den Farbraum oder die Dynamik nicht merkbar ein. Um einen Monitor ohne Einschränkungen kalibrieren zu können, muss also der Grafiktreiber das Laden von Korrekturkurven über die LUT der Grafikkarte erlauben. (für Insider: Verwendung des vcg-Tags im Monitorprofil). Die Einschränkungen des originalen Acer-Grafiktreibers umgeht man bei Verwendung mit einem anderen Treiber
Beide Treiber ermöglichen auch das Drehen des Bildschirminhalts (Pivot bzw. Portait-Funktion) an.

Catalyst

Ich verwende den Catalyst-Treiber, da dies der Original-ATI-Treiber ist und ich damit mit weniger Schwierigkeiten rechne. Bis jetzt sind mir auch keine Probleme aufgefallen.

Omega

Der Omega-Treiber beruht ebenfalls auf dem Catalyst-Treiber. Einige Konfigurationseinstellungen sind aber (über die Registry) anders als beim originalen Catalyst-Treiber gesetzt. Zusätzlich bietet der Omega-Treiber über Radlinker die Möglichkeit die Grafikkarte zu übertakten. Davon würde ich aber abraten. Interessant dagegen sind weitere Auflösungen (z.B. 1280x960), die der Omega-Treiber im Unterschied zum Catalyst-Treiber zusätzlich bietet.

Kalibrationsmöglichkeiten

Nach meinen Erfahrungen bietet die Kalibrationslösung von Quato mit der „silver haze“-Software und „silver haze pro“-Messgerät die besten Kalibrationsergebnisse: die Profilgenauigkeit und der visuelle Eindruck ist sehr gut. Falls nötig, können von erfahrenen Anwendern aber sogar die Kalibrationskurven visuell noch „fine-getunt“ werden. Andere Kalibrationslösungen (z.B. von GretagMacbeth oder X-Rite) funktionieren natürlich auch. Nicht empfehlen kann ich das Spyder-Messgerät von ColorVision/Pantone. Wer kein Geld für Messtechnik hat, kann sich mit Adobe Gamma behelfen. Diese visuelle Kalibration stellt zumindest sicher, dass die Farbdarstellung grob stimmt und ein entsprechendes ICC-Profil für den Monitor erzeugt wird. Der Adobe Gamma Loader ist unter dem Namen "Add-on support for ICC colors" bei Adobe auch als freier Download verfügbar.